Gegen Petersberg II!

Auf­ruf: Wi­der­stand und Pro­test gegen „Pe­ters­berg II“ – Dem Frie­den eine Chan­ce, Trup­pen raus aus Af­gha­nis­tan!

Auf die Ter­ror­an­schlä­ge vom 11. Sep­tem­ber 2001 re­agier­ten die USA sowie die NATO mit dem Krieg in Af­gha­nis­tan. Im De­zember vor zehn Jah­ren wurde auf der Pe­ters­ber­ger Kon­fe­renz bei Bonn eine pro­vi­so­ri­sche Re­gie­rung für Af­gha­nis­tan unter Prä­si­dent Kar­zai ein­ge­setzt – we­ni­ge Tage spä­ter be­schloss der UN-​Si­cher­heits­rat den ISAF-​Ein­satz. Nun lädt die Bun­des­re­gie­rung für den 5. De­zember 2011 er­neut auf den Pe­ters­berg ein. Die krieg­füh­ren­den Staa­ten wer­den hier zu­sam­men­kom­men, um über die Zu­kunft Af­gha­nis­tans zu be­ra­ten. De­le­gier­te aus 90 Län­dern sowie NGO’s sol­len vor­geb­lich über „Frie­dens­per­spek­ti­ven“ dis­ku­tie­ren – doch die Rea­li­tät sieht an­ders aus:

Seit einem Jahr­zehnt führt die NATO in Af­gha­nis­tan unter dem Vor­wand der „hu­ma­ni­tä­ren In­ter­ven­ti­on“ und des „Krie­ges gegen den Ter­ror“ einen Krieg für wirt­schaft­li­che und macht­po­li­ti­sche In­ter­es­sen. Die Bi­lanz: Jahr für Jahr stei­gen­de Op­fer­zah­len, ins­be­son­de­re unter der Zi­vil­be­völ­ke­rung, zer­stör­te In­fra­struk­tur, mas­si­ve Un­ter­ernäh­rung, un­be­han­del­te Krank­hei­ten, sin­ken­de Le­bens­er­war­tung, wach­sen­de Ge­walt gegen Frau­en. Trotz al­le­dem wer­den Men­schen, die vor Krieg, Zer­stö­rung und Not flüch­ten, mit Mi­li­tär und Po­li­zei­ein­hei­ten, wie z.B. FRON­TEX mit Ge­walt von Eu­ro­pa fern­ge­hal­ten.

Die Bun­des­wehr be­tei­ligt sich an die­sem Krieg und trägt Schuld an Kriegs­ver­bre­chen, wie z.B. dem Mas­sa­ker bei Kun­duz. Der jähr­li­chen Ver­län­ge­rung des par­la­men­ta­ri­schen Man­da­tes steht die mehr­heit­lich ab­leh­nen­de Hal­tung der Be­völ­ke­rung ent­ge­gen: Es man­gelt der Bun­des­wehr nicht nur an Sol­da­tIn­nen, son­dern auch an brei­ter Ak­zep­tanz dafür, Krieg als Mit­tel der Po­li­tik zu füh­ren. Mit dem Ziel die­ses zu än­dern, wird die Ge­sell­schaft auf allen Ebe­nen zu­neh­mend mi­li­ta­ri­siert. Die Re­form der Bun­des­wehr be­deu­tet, dass die Bun­des­wehr an Schu­len Re­kru­ten wirbt, im In­nern zum Ein­satz kommt und zur In­ter­ven­ti­ons­ar­mee um­ge­stal­tet wird.

Nun kün­digt die Bun­des­re­gie­rung an, bei der zwei­ten Af­gha­nis­tan-​Kon­fe­renz auf dem Bon­ner Pe­ters­berg über „po­li­ti­sche Lö­sun­gen“ und „Trup­pen­ab­zug“ dis­ku­tie­ren zu wol­len – eine reine Farce. De Facto sol­len in Zu­kunft ver­mehrt af­gha­ni­sche Mi­li­tärs und Po­li­zis­ten aus­ge­bil­det wer­den, um stell­ver­tre­tend für die NATO den Krieg fort­zu­set­zen, den Groß­teil der Opfer zu stel­len und, wei­ter­hin von der NATO kon­trol­liert, selbst für „Si­cher­heit“ zu sor­gen. Gleich­zei­tig will die NATO als „Kri­sen­ma­nage­ment“ die Zi­vil-​Mi­li­tä­ri­sche Zu­sam­men­ar­beit (ZMZ) for­cie­ren – die enge In­te­gra­ti­on po­li­ti­scher, mi­li­tä­ri­scher, wirt­schaft­li­cher, hu­ma­ni­tä­rer und po­li­zei­li­cher In­stru­men­te. Was frü­her zivil war, wird heute mi­li­tä­ri­schen Zie­len un­ter­ge­ord­net. So wird z.B. auch „Ent­wick­lungs­hil­fe“ zum Be­stand­teil der NA­TO-​Stra­te­gie.

Wir las­sen uns nicht täu­schen: Was wie eine „Frie­dens­per­spek­ti­ve“ klingt, soll der Fort­set­zung in­ter­na­tio­na­ler mi­li­tä­ri­scher In­ter­ven­ti­ons-​ und Be­sat­zungs­po­li­tik die­nen. Krieg be­deu­tet immer: Tod, Fol­ter, Ver­ge­wal­ti­gun­gen, Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen – so ak­tu­ell auch in Li­by­en.

Die Re­gie­run­gen der Kriegs­al­li­anz wol­len den Krieg in Af­gha­nis­tan wei­ter­füh­ren und be­ra­ten nun über das Wie – die An­ti­kriegs-​ und Frie­dens­be­we­gung will den Krieg be­en­den! Wir for­dern die um­ge­hen­de Ein­stel­lung aller Kampf­hand­lun­gen und den um­fas­sen­den Abzug der Trup­pen aus Af­gha­nis­tan! Die frei wer­den­den Gel­der (im Jahr 2011 sind al­lein im Bun­des­haus­halt rund 1,1 Mil­li­ar­de Euro für den Krieg vor­ge­se­hen) müs­sen ab so­fort für den Wie­der­auf­bau und die Ver­bes­se­rung der Le­bens­be­din­gun­gen der af­gha­ni­schen Be­völ­ke­rung nach deren Be­dürf­nis­sen ein­ge­setzt wer­den! Nur so kann in Af­gha­nis­tan ein Frie­den ent­ste­hen, der sei­nen Namen auch ver­dient.

Die An­ti­kriegs-​ und Frie­dens­be­we­gung ruft zu ge­mein­sa­men und viel­fäl­ti­gen Ak­ti­vi­tä­ten in Bonn auf. Vom 3. bis zum 5. De­zember 2011 wol­len wir mit einer bun­des­wei­ten De­mons­tra­ti­on und auf einer in­ter­na­tio­na­len Kon­fe­renz Zei­chen gegen die men­schen­feind­li­che Po­li­tik des Krie­ges set­zen. Stellt Euch quer und be­tei­ligt Euch an Ak­tio­nen Zi­vi­len Un­ge­hor­sams!

Die Auf­stän­de im ara­bi­schen Raum und die wie­der­er­stark­te An­ti-​Atom Be­we­gung hier­zu­lan­de las­sen uns op­ti­mis­tisch sein, dass so­zia­le Be­we­gung die Welt ver­än­dern und auch wir ge­mein­sam ein kraft­vol­les Zei­chen gegen den Krieg set­zen kön­nen!

Kommt nach Bonn!

www.​afghanistanprotest.​de