Blockadebündnis in Dresden gegründet

Nazisaufmarsch blockieren!Über 50 Vertreter aus verschiedenen antifaschistischen Gruppen, Verbänden und Gewerkschaften haben am Sonnabend in Dresden das Bündnis »Nazifrei – Dresden stellt sich quer« gegründet.

Der sächsischen Landeshauptstadt droht am 13. Februar nächsten Jahres erneut ein Großaufmarsch von Neonazis, zu dem diese bundesweit und im europäischen Ausland mobilisieren. Seit Jahren versuchen die Rechtsextremen, die Bombardierung der Stadt durch die Alliierten während des Zweiten Weltkrieges für ihre Zwecke zu mißbrauchen. 2010 fällt die geplante Demonstration der Neofaschisten direkt auf den 65. Jahrestag des Luftangriffes.

Das neue antifaschistische Bündnis ruft dazu auf, die rechtsextreme Provokation mittels Blockaden zu verhindern. »Wir orientieren uns bei unserem Vorhaben an den erfolgreichen Blockaden aus Köln, Jena und Heiligendamm und werden uns den Nazis entschlossen in den Weg stellen«, kündigte Lena Roth, Sprecherin von »Dresden stellt sich quer«, gegenüber junge Welt an. Keineswegs wolle man sich – wie in den vergangenen Jahren geschehen – »mit einer Demo fernab der Naziroute abspeisen« lassen, so Roth weiter.

Die Unterstützung der geplanten Blockaden durch die sächsische Landespolitik dürfte eher gering ausfallen. Selbst Vertreter der Partei Die Linke kündigten bereits an, sich an den von der Stadt Dresden und deren Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) geplanten Gedenkaktionen zu beteiligen. Ein durchaus erstaunlicher Beschluß. Die innerhalb der Bundespartei zum rechten Flügel zählende sächsische CDU fiel im vergangenen Jahr mehrfach durch die Gleichsetzung von Antifaschisten und Neonazis auf.